Spenden Ukraine

Sächsische Landeskirche stellt 10.000 Euro aus dem Katastrophenfonds bereit

DRESDEN – Die Diakonie Sachsen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens rufen zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf, deren Leben durch den jetzt ausgebrochenen Krieg bedroht ist. Mit 10.000 Euro aus dem Katastrophenfonds der Landeskirche wird die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt, die mit mehreren Partnerorganisationen vor Ort zusammenarbeitet.

In einem Aufruf zum Gebet für den Frieden schreibt Landesbischof Tobias Bilz: „Beten und Tun sind unsere ureigenen Möglichkeiten, als Christinnen und Christen in dieser Welt Verantwortung zu übernehmen.”

Die Diakonie Katastrophenhilfe weiß sich beidem verpflichtet. Deren Leiter, Martin Keßler, sagt: „Wir waren seit Beginn des Konflikts im Osten des Landes viele Jahre in der Ukraine aktiv und verfügen über ein Netzwerk von erfahrenen Nothilfeorganisationen. Nun werden wir die gemeinsame Arbeit schnell wiederaufnehmen.” Er rechne damit, dass es in den ersten Tagen um reine Nothilfe gehen wird. So wird es zunächst darauf ankommen, Nahrungsmittel und Trinkwasser zu verteilen und Notunterkünfte für die vertriebenen Familien bereitzustellen. Es werden massive Fluchtbewegungen in sichere Teile des Landes und in die Nachbarländer erwartet. „Sobald klarer wird, wohin die Menschen in ihrer Not fliehen, werden wir mit unseren Partnern alles tun, um ihr Überleben zu sichern.” so Keßler. Der Krieg trifft eine ohnehin notleidende und schwer traumatisierte Bevölkerung. Selbst ohne die aktuelle Eskalation benötigen fast drei Millionen Menschen in der Ukraine Hilfe. Die Diakonie Katastrophenhilfe rechnet damit, dass diese Zahl in den kommenden Tagen massiv steigen wird.

Diakonie-Chef Dietrich Bauer sagt: „Wir sind in unseren Gedanken und mit unseren Gebeten bei den Menschen in der Ukraine, die sich jetzt im Krieg befinden und furchtbare Angst haben vor dem, was kommt. Es macht uns deutlich, was wirklich wichtig ist: ein Leben in Sicherheit und Frieden und Gerechtigkeit! Und wir bitten um Spenden, um jetzt so schnell wie möglich Strukturen der Nothilfe aufzubauen!”

Die Beziehungen zu den Kirchen in Osteuropa und der direkte Kontakt seien jetzt wichtiger denn je, betont der Ökumene-Referent der sächsischen Landeskirche, Oberkirchenrat Friedemann Oehme. „Wir fühlen uns mit den Christen in der Ukraine, in Russland, in Belarus und den baltischen Staaten eng verbunden und werden gemeinsam für Frieden beten und für friedliche Lösungen in unseren Ländern eintreten.”, so Friedemann Oehme. Die sächsische Landeskirche ist in einer Partnerschaft mit der lutherischen Kirche im europäischen Russland verbunden. Die bayrische Landeskirche pflegt eine Partnerschaft mit der lutherischen Kirche in der Ukraine. Alle Kirchen eint die große Betroffenheit über den Ausbruch des Krieges, aber auch die Hoffnung im Beten und Tun, den notleidenden Menschen helfen zu können.

Die sächsische Landeskirche und die Diakonie Sachsen bitten um Spenden auf das Konto der

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Ukraine Krise

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Die Lehrer zu Engelsdorf

(Nach den Aufzeichnungen in den alten Kirchenbüchern,
ältestes aus dem Jahre 1610, und den Mitteilungen im "Heimatboten", Herausgeber Pfarrer U. Hager - Engelsdorf, bis zur Gegenwart 1935! ergänzt und zusammengestellt von Kantor Paul Flechsig, Engelsdorf)



Der erste Lehrer in Engelsdorf dürfte nach den ziemlich spärlich noch vorhandenen Urkunden, die dem Feuer nicht zum Opfer fielen, gewesen sein:
TIBERTIUS BIRNBAUM Nach dem hiesigen Trauregister ist am 26. Juli 1618 der Schulmeister Tibertius Birnbaum, 1613 ist er im Taufregister als Pate mit aufgeführt, war also damals schon in Engelsdorf, mit Jungfrau Maria Kneuffel getraut worden. Am 18. Oktober 1625 wird er als verstorben gemeldet. Hernach wird DAVID LIPPACH Als Schulmeister genannt; er ist am 6.Juli 1634 mit Margarete Holwegin aus Lichtenburg getraut; ist am 20. Februar 1658 gestorben. Nach ihm folgt CHRISTIAN WINKLER, im Geburtsregister 1665 wird er erwähnt, 1677 wird er als der alte Schulmeister bezeichnet.
Die alte Kirchengalerie nennt weiter als Lehrer von Engelsdorf GEORG GROSSE
Von 1686 bis 8. Februar 1705. Bei seinem Tode war er 74 Jahre alt und 46 Jahre in Schuldiensten. Von 1680 bis 1686 war er Substitut, d. i. Amts- oder Stellvertreter, Beigesetzter, auch soviel wie Ersatzerbe, in Engelsdorf, vorher 21 Jahre in Reichenbach hinter Wurzen.
Über die damaligen Schulverhältnisse in Engelsdorf gibt etwas Aufschluss eine Eingabe Grosses an das Oberkonsistorium zu Dresden. Dort heißt es: Dass das anhero gehörige Amtsdorf Engelsdorf voritzo eine gar zahlreiche Jugend darbey unterschiedene ziemlich wohlhabende Einwohner habe, welche bishero ihre Kinder, gleich anderen, in der Nähe dieser Stadt gelegene Dörfer, zur Handlung und Handwerkern auferzogen und zu dessen Behuf dieselben in andere auch ziemlich entlegene Schulen nicht sonder Kosten versendet haben, damit dieselben in Rechnen und Schreiben, auch nach Gelegenheit in denen principliis der Latinität zur Genüge angewiesen werden möchten, wir leben auch dannenhero der Hoffnung, es würden die eingepfarrten endlich dahin zu disponieren sein, dass wenn sie hinfort mit einem tüchtigeren Schulmeister selbst versehen würden, sie denselben ein oder den anderen Zugang zu seinem Unterhalt ausbrächten, hingegen ist uns nicht wissend, ob KRETZSCHMAR (ein Substitut, der dem alten Grosse beigegeben werden sollte) auf dergleichen zu leisten genugsam gratifiziert sein möchte.
Aus dem Gesuch des Johann Andreas Kretzschmar, Schulmeisters zu Güldengossa, um die Substitutenstelle bei Grosse lässt sich erkennen, was für Anforderungen damals an einen Schulmeister gestellt wurden, wenn er angibt, dass er sich mit wenigem begnügen wolle, dass er zu Güldengossa wohl das Schusterhandwerk mitgetan, dasselbe aber in Engelsdorf dann einstellen wolle.
Grosse war über die Beigabe eines Substituten nicht erbaut, denn er wehrt sich in einer Eingabe, da er erfahren habe, dass Kretzschmar Weib und Kind habe und die elende Schule zu Engelsdorf nur eine Stube und zwei Kammern hat, also für eine, geschweige zwei Familien nicht ausreiche, die Einkünfte auch zwei Familien wegen ihrer geringen Höhe nicht ernähre.
So wurde gestattet, dass sein Sohn anderthalb Jahr ihm im Schuldienst beistand. Dieser wurde dann nach seinem Tode auch als Nachfolger gewählt. Johann Michel Grosse war dann Lehrer von 1705 bis zu seinem Tode am 11.Januar 1742. Er erhielt im Jahre 1735 als Substitut Johann Samuel Balthasar,
1738 Johann Christoph Lehmann aus Panitzsch, und
1739 Johann Friedrich Seltuern oder Spillern, Kinderlehrer (Katechet) in Hirschfeld,
Am 30. März; 1739 wurde Johann Christoph Leonhardi Kinderlehrer zu Reudnitz, Schulmeister in Engelsdorf.
Als am 6,Oktober 1764 Leonhardi gestorben war, und die Stelle neu besetzt werden sollte, musste von den Bewerbern erst eine Kirchenprobe in Engelsdorf und in Hirschfeld gehalten werden. Sie bestand im Singen von zwei Versen aus dem Lied: "Du bist ein Mensch" und "O Gott mein Schöpfer", im Vorlesen von Jesajas Kap. 35 und 43,1-4, im Katechisieren mit Kindern über Frage 174-176 des Dresdner Katechismus, im Schreiben und Rechnen, letzteres in der Pfarrwohnung. Die Rechenprobe bestand in der Aufgabe: Wenn ein Scheffel Korn l Th.23 Groschen kostet, wie viel kosten dann 17 Scheffel 3/4 Korn? Die Ausrechnung erstreckt sich bei allen drei Bewerbern auf ½ Bogen
Es wurde Gottfried Döring Ratskopist aus Eilenburg, gewählt, jedenfalls wegen seiner besseren Handschrift. Gottfried Döring starb am 29.April 1809, nachdem er 44 Jahre hier und in Hirschfeld Schulmeister gewesen war. Unter ihm wurde eine Aufstellung der vom Schulmeister zu vollbringenden Leistungen und ein Verzeichnis der Einnahmen im Jahre 1767 angefertigt:
1. Ordinäre Verrichtungen, welche fast allen und jeden Schulmeister obliegen;
  a. Die tägliche Information der Kinder.
  b. Die Direktion des Gesangs.
  c. Das Läuten, im allgemeinen verstanden.
  d. Das Seigerstellen.
  e. Die sonstigen Küsterdienste, ratione der Bedienung des Herrn Pfarrers, Renovation der Kirche u. dergl.
  f. Die Obliegenheiten bei Hochzeiten, Kindtaufen und Leichen,
  g. Das Orgelspielen, welches aber leider hier wegfällt, weil dergleichen in keiner Kirche vorhanden.
2. Extraordinäre Beschwerungspunkte:
Unter diesen zählt er die weite Entfernung von Hirschfeld auf, zu dem ein ungebahnter und morastiger Weg führt und den er am Sonntag, im Winter einmal, im Sommer zweimal, machen muss, der zu manchen Zeiten so schlecht ist, dass zu Fuße nicht fortzukommen ist, man müsste denn Leib und Leben wagen. Weiter kommt in Betracht der unordentliche und unbekannte Anfang unseres Gottesdienstes. Der Anfang der 1. Kirche ist im Winter die 6., im Sommer die 5. Stunde.
Zu Winter muss ich des allzufrühen Anfangs wegen " fast die halbe Nacht mit Sorgen schlafen, sodann mit der grossen Glocke um 4 Uhr zum 1., um 5 Uhr zum 2. und um 6 Uhr einläuten. Im Sommer um 4 Uhr fortgehen nach dem Filial, den Ausgang im Taue, den Rückweg im Staube. Die Ermanglung einer Orgel in beiden Kirchen erschwert den Dienst, weshalb man sich bei dein vielen Singen dergestalt forcieren muss, dass man öfters Stimme, Odem und alle Kräfte verlieret."
Weiter zählt Döring auf, das mehr als "postmässige Eilen" von Engelsdorf nach Hirschfeld und zurück. Dass er, um bei Beginn des Gottesdienstes anwesend zu sein, mit des Herrn Pfarrers Pferd, der wegen des schlechten Weges auch nach Zweinaundorf nicht im Wagen fahren, sondern reiten muss, um die Wette laufen muss.
Nach Aufzählung all der Beschwerden meint Döring: An großer Vergeltung meiner eigenen vielen Mühen "mag ich sowohl dieser sämtlichen Beschwerungen nicht gedenken und verlange kein Commoditat, ich will vielmehr der göttlichen Ordnung zufolge gern im Schweiße des Angesichts mein Brot essen, nur kann ich nicht unbemerkt lassen, dass diese Beschwerungen mit ganz außerordentlich großem Aufwand verknüpft sind, welche aber meine gegenwärtigen Einkünfte unmöglich ertragen können."
Als solche Einkünfte werden aufgezählt!

1. Vom Schulfeld 6 Acker:7-8 Scheffel Korn,d.i.7-8 Scheffel Ausdrusch;
3/4 -1 Scheffel Gerste,1 1/2 -2 Scheffel Ausdrusch;
3-3 1/2 Scheffel Hafer, d.i. 9-10 Scheffel Ausdrusch.
2. Dezem 1 3/4 Scheffel Korn von Engelsdorf,
1 3/4 Scheffel Korn von Hirschfeld.
27 Stück Brote von Engelsdorf,
3/4 Scheffel Weizen,in Kuchen bestehend,
Ostern gefällig von beiden Ortschaften.
3. Fixe Geldbesoldung: 4 Th.6 Gr. von der Gemeinde Engelsdorf,
1 Th.10 Gr. von Hirschfeld,
9 Th. 3 Gr. aus den Arear Engelsdorf,
4 Gr. Quartalgeld aus der Kirche Hirschfeld,
3 Th. 8 Gr. gnädigst geordnetes Tranksteuerbeneficim.
4. Einkünfte oder sogenannte Accidentien 15 Th. aufs höchste Schulgeld, weil die Anzahl der Schulkinder hiesigen Ortes der wenigen Einwohner halben schwach ist und ordinair nicht mehr als wöchentlich 4 Pf. Schulgeld geben, verschiedene darin auch nicht continuierlich in die Schule kommen, vielmehr öfters, besonders im Sommer wegbleiben, Zeit ihres Ausbleibens auch kein Schulgeld geben, auf Filial aber ein besonderer Kinderlehrer gehalten und anhero kein Schulgeld entrichtet wird.
3 Th. Accidentien von Kindtaufen, Hochzeiten und Leichen. In beiden Dörfern sind nicht mehr als 52 Feuerstätten.
l Th. 21 Gr. vom Gregorius-Umgang, nach Abzug für die Fahnen und die Mahlzeit für die Kinder. (Gregoriusfest, ein Kinderfest und Schulfest, es stammt aus der mittelalterlich-katholischen Zeit zu Ehren Gregor d. Grossen als Patron der Schuljugend, auch in protestantischen Ländern fortbestanden. Es war der 6., mitunter auch der 28.Dez.)

Wenn Döring noch 1767 über den Mangel einer Orgel klagt, so wurde schon 1770 Abhilfe geschaffen. Man erstand nämlich das für die Leipziger Thomasschule von Orgelbauer Schweinefleisch erbaute Positiv (Orgel). Es bestand in 4 Register von puren zinnernen Pfeifen, nämlich Grob-Gedackt 8 Fuß, Gedackte Flöte 4 Fuß, Prinzipal 2 Fuß, Oktave l Fuß.
(Unter Fuß versteht man eine von Orgelbau herstammende Bezeichnung der Tonhöhe. Eine offene Labialpfeife mittlerer Mensur (Prinzipal) ,die auf den Ton groß C abgestimmt, hat nämlich eine ungefähre Höhe von 8 Fuß. Es heißen daher alle diejenigen Orgelstimmen, welche auf die Taste groß C den Ton groß G bringen, achtfüßig. 4füssig auf Taste groß G einen um eine Oktave höheren Ton, also klein c, usw.)
Dieses Werk wurde für 194 Gulden oder 170 Th. von dem Cantor der Thomasschule, Herrn Doles, gekauft und Wurde in der hiesigen Kirche zuerst am 3.Sonntag nach Epiphanias als dem 21.Januar 1770 gespielet und sowohl durch eine besondere Predigt, als auch mit einer durch die Tauchaische Cantorei aufgeführten Kirchenmusik solenniter eingeweihet. Herr Cantor Hofmann aus Taucha erhielt für Besorgung und Direktion dieser Kirchenmusik 2 Th. 6 Gr.
Der Schulmeister erhielt für jährliches Orgelspielen von 1772 an 20. Th..l790 wurde diese Orgel von dem berühmten Orgelbaumeister Tramplin-Leipzig für l Th. gestimmt.
Nach Döring wurde 1809 Karl Gottfried Teichmann zum Lehrer von Engelsdorf gewählt.
Im Jahre 1829 waren in dem kleinen Schulzimmer nur 4 Bänke, die Zahl der Schulkinder also ziemlich gering. Teichmann kam mit seinem kärglichen Gehalt nicht aus, zumal er gern über seinen Durst trank. 1832 beging er eine Unterschlagung und erhielt 14 Tage Gefängnis. Als er 1834 schon wieder dasselbe sich zu Schulden kommen ließ, wurde er 1835 im Alter von 52 Jahren seines Amtes entsetzt.
An seine Stelle kam Friedrich Wilhelm Rössler der aber 1837 schon wieder versetzt wurde.
Damals setzte sich der Schulvorstand zusammen aus den Herren Johann Friedrich Traugott Hässler, Johann David Wiegner und Johann Christian Herberth.
Nunmehr verwaltete das Schulamt von Engelsdorf Johann Karl Gottfried Guth.Er schreibt in seinem Lebenslauf, dass er am 24.5 1805 in der Kämmerei bei Brandis geboren war, von Kantor Volkmann drei Jahre lang für den Lehrerberuf vorbereitet wurde und dann, l7 Jahre alt, Ostern 1822 Lehrer im Dorfe Meinsberg bei Waldheim wurde. Er dankte es dem Pfarrer Sturz in Knobelsdorf, dass er ihn mit anderen Schullehrern noch weiter ausgebildet hat. Guth war bis zum Jahre 1872 Lehrer in Engelsdorf.
Die Turmknopfurkunde von Jahre 1841 (14. Juni 1841) nennt als Lehrer H. Karl August Friedrich.Vom 1. Dezember 1872 bis zu seinem Tode am 3.Oktober 1876 amtierte Karl Heinrich Otto Rostig Er war verheiratet mit Klara Ida Selma geb. Hanns, der Tochter des hiesigen Brauschankgutsbesitzers, die aber schon 1876 starb. Beider Gräber sind auf dem hiesigen Friedhofe noch erhalten.
Vom 1. Dezember 1878 bis 30 .September 1910 war August Hermann Jesch geb. 1851 in Neichen bei Grimma; 1871 Vikar in Althen; 1872 Knabenlehrer in Stimherbronn; 1872 Bischweiler in Elsaß 1875 Neustadt b. Leipzig Kirchschullehrer zu Engelsdorf, Jesch Hermann, wie er allgemein genannt wurde, ist den meisten älteren Leuten des Ortes noch bekannt. Er muss ein sehr strenger Lehrer gewesen sein, bei dem der Rohrstock viel in Funktion trat. Jedenfalls hatten die Schulkinder vor ihm allen Respekt, wenn sie ihn auf Strasse kommen sahen, rissen sie aus. Die erste Unterrichtsstunde am Montag war fast regelmäßig die Abrechnungsstunde über die Übeltaten am Sonntag. Bei dieser Abrechnung kam mancher zu einer Tracht Prügel, ohne zu wissen wofür.
Allerhand Anekdoten werden noch von Jensch erzählt. Zwei seien hier nur angegeben! Jesch spielte im Gasthof gern Skat; und da er beim Kartengeben die in den Skat gelegten beiden Blätter ständig ansah und. die Wahl seines Spieles darnach einrichten konnte, nannte man ihn den "besch. ... Kantor."
Dieser Ausdruck wurde teilweise auch auf seine Kollegen übertragen. Da Jesch leicht reizbar war, wurde ihm von seinen Kneip- und Spielkameraden mancher Schapernack gespielt. Jesch trug einen harten Hut, den er aber im Gasthof nie an den Haken hing, sondern auf den der Tür am nächsten stehenden Stuhl legte. Wenn sich aber einer aus Versehen mit .Absicht- auf den Stuhl setzte und dabei den Hut mit plattdrückte, dann gingen die Wogen hoch.
Als nach der Jahrhundertwende, besonders durch die Entstehung der Eisenbahnerreparaturwerkstätte im Jahre 1905 und durch die Gründung der Baugenossenschaft für Eisenbahnbedienstete im Jahre 1906 das Anwachsen der Bevölkerungszahl von Engelsdorf rapid einsetzte, machte sich auch die Einstellung neuer Lehrkräfte notwendig. Jesch starb am 16.2.1929
Es folgten:
Ostern 1303; Max Schorr , Hilfslehrer bis 1906.
1.12.1903; Paul Steidten , Ostern 1924 in Pension gegangen als Oberlehrer; er kam aus Groß- Milkau, wo er als Kirchschullehrer tätig war .
Den Kirchendienst versah er hierorts vom 1. Januar 1925 bis zum 3l.Dezember 1925, er war der Nachfolger von Gustav Matthäi.
1.4.1906: Arno Hilble als ständiger Lehrer, er kam aus Abtnaundorf .
1.4.1906; Arno Altner als Hilfslehrer, er kam vom Militär, ständig seit 20.2.1911
4.4.1907; Gustav Matthäi, von Eythra kommend, wurde der Nachfolger von Hermann Jesch 1910 und begleitet das Amt des Kirchschullehrers bis zur freiwilligen Niederlegung Ostern 1923.
Ostern 1926 Hilfsschuloberlehrer 4.4.1907: Alfred Möbis, er kam von Grossmiltitz, verlässt Engelsdorf wieder am15.7.1907.
19.8,1907: Albert Kähnel, er kam vom Gymnasium in Abbeville ( Nordfrankreich) , er geht am 1.12.1935 in Pension als Oberlehrer.
Herbst 1907; Johanna Sommerweiss, Handarbeitslehrerin, beging in der Nacht vom 3. - 4.1.1925 mit nachgenannten Rene Günther Selbstmord.
19.4.1909; Rene Günther, bisher Kirchschullehrer in Großdeuben, wird in Engelsdorf Schuldirektor bis Oktober 1922, begeht mit vorgenannter Johanna Sommerweiss
in der Nacht vom 3.- 4.1.1925 Selbstmord.
1.4.1910: Alfred Reiche als Hilfslehrer, er kommt vom Militär, wird am 1.4.1912 ständiger Lehrer und noch vor Günthers Tode Schulleiter bis 1933.
4.4.1910: Karl Hess, geht am 31.8.1920 an die Berufsschule zu Leipzig.
16.4.1911: Arthur Beeger, wird am 30.4,1920 Landwirt zu Seelitz.
1.4.1911: Fritz Winter, als Hilfslehrer, er kam vom Militär, wurde am 16.3.1913 ständiger Lehrer.
14.8.1911: Kurt Hänsel, er kam als ständiger Lehrer aus Mahlis und übernahm am 1.4.1925 die neugegründete Berufsschule.
1911: Paul Arnold, geboren am 8.4.1890, gefallen am 31.10.1914.
1.4.1912: Johannes Damm als Hilfslehrer, wurde am 16.4.1914 ständiger Lehrer,
gefallen am 2.6.1918.
1.4.1913: Rudi Schneider als Vikar wurde am 1.4.1917 ständiger Lehrer und ging 1920 als Lehrer an die Berufsschule zu Leipzig.
1.12.1913: Paul Raabe, an die Schule II, danach Schule Sommerfeld, ging am 1.4.1934 in den Ruhestand
1.11.1914: Kurt Werner als Vikar, wurde nach der Teilnahme am Feldzug am 1.1.1919 Hilfslehrer, am 1.5.1920 ständiger Lehrer; er kam vom Seminar Schneeberg.
1.1.1919: Kurt Schäfer, er ging am 31.12.1932 an die Berufsschule zu Leipzig als Lehrer.
1.4.1919: Johannes Münzner als ständiger Lehrer, er kam von Bölitz-Ehrenberg.
16.4.1919: Hermann Reich als ständiger Lehrer an die Schule II, damals Schule Sommerfeld.
2.5.1919: Willy Gärtner als ständiger Lehrer an die Schule II, damals Schule Sommerfeld, vom Militär kommend, seit 15.4.1921 an Schule I, seit 1933 Schulleiter der Engelsdorfer Volksschulen.
1.8.1919: Albrecht Berger als ständiger Lehrer an die Schule II, damals Schule Sommerfeld. Er kam von Dölitz b. Taucha und war bis zur Verschmelzung Schulleiter an Schule II.
1919: Kurt Heyne, er kam von Cavertitz und ging am 15.5.1921 nach Leipzig als Lehrer.
1919: Willy Möbius, er kam von Knautkleeberg, verstorben im Amte am 15.6.1923.
1.4.1920; Reinhold Wolf als Hilfslehrer, von Pirna kommend, ständig seit 1.4.1925, seit 1.11.1930 Kantor an der St. Laurentiuskirche zu Leipzig-Reudnitz. 1.8.1937 Arnsdorf b. Penig
1.6.1920: Rudolf Wenig als ständiger Lehrer, er kam von Canitz.
1.9.1920: Walther Wollmann als Hilfslehrer, er kam von Zwenkau, ständig seit 1.3.1926.
1.9.1920: Eucke Fritz, als ...erstrator von Leipzig (kath.), 1.12.1924 ständiger Lehrer
1.10.1920: Friedrich Nitzsche als Hilfslehrer, Ende 1922 an die l. kath. Volksschule zu Leipzig.
1.4.1921: Arno Bärwald als ständiger Lehrer, kam vonWürzen, seit 1.4.1925 stellvertretender Schulleiter.
1.4.1921: Paul Flechsig als ständiger Lehrer, kam von Leipzig, seit 1.1.29 Kantor, Nachfolger von P. Steidten.
1.4.1921: Alfred Rabes als ständiger Lehrer, ist am 30.6.1932 freiwillig aus dem Amte geschieden.
1.7.1921: Johanna Schau ,kam vom Seminar Leipzig, seit 1.4.1926 ständige Lehrerin.
16.7.1921: Günther Uhlemann, kam von Taucha, als ständiger Lehrer, am l.8.1933 vom Schuldienst entlassen.
1.11.1921: Hildegard Schädlich ,kam vom Seminar Leipzig, ständige Lehrerin seit 1.4.1926:
1921: Charlotte Stier als Handarbeitslehrerin, ging am 1.8.1922 nach Leipzig.
1.10.1922: Johanna Richter als Handarbeitslehrerin, 31.12.1924 nach Leipzig.
1.4.1923: Kantor Oberl. Hermann Göhlert infolge Zusammenlegung der Schulbezirke Baalsdorf mit Engelsdorf, geht am 1.5.1933 in Pension
1.1.1924: Willy Goldammer als ständiger Lehrer, von Oberhohndorf kommend, am 1.8.1926 seines Amtes als Lehrer entlassen.
15.1.1925: Margarethe Oviki als Handarbeitslehrerin, kam vom Seminar Leipzig. 1.4.1930 ständige Fachlehrerin
1.4.1925: Johannes Zarn, ging am 31.12.1929 nach Leipzig
1925: Hildegard Franke, kam von Greissing, an der Berufsschule tätig als Handarbeitslehrerin, schied infolge Verheiratung 1933 aus dem Amte.
1.4.1927: Kurt Lohse als ständiger Lehrer, kam von Dittmannsdorf bei Penig.
15.5.1927 - 30.11.1928: Dr. Hermann Schletze, ging am 1.12.1928 nach Großstädteln
18.8.1927: Matilde Streithoff als Hilfslehrerin, kam von der Mädchenberufsschule Oetzsch.
17.6.1929: Lothar Scheffel , ständig seit 16.8.1933, kam von Böhlen. 17.6.29 Vertreter von Lehrern, 1930 nichtständiger Lehrer, 16.8.33 ständiger Lehrer
1.11.1932: Helene Eisgruber als Handarbeitslehrerin, ständig seit 1.4.1934, kam von Böhlitz-Ehrenberg, an der Berufsschule tätig.
14.11.1932: Gerhard Weise als Aushilfslehrer, kam von Eythra . 1.9.1933 nicht ständiger Lehrer
16.8.1933: Edith Buch als ständige Lehrerin, kam von Eythra, am 31.3.1936 infolge Verheiratung aus dem Amte geschieden. 24.4.33 - 16.10.33
10.4.1935: Elisabeth Klein, als Aushilfslehrerin, kam von Zwickau.
10.9.1935: Gerhard Lieler, als Aushilfslehrer, kommt von Leipzig